Grundsteinlegung für neues Gemeindezentrum

Im Beisein von Bischof Ralph Wittich feierte die Gemeinde Weimar am Sonntagnachmittag die Grundsteinlegung für ihr neues Gemeindezentrum. Da die bisherige langjährige Versammlungsstätte in der Pabststraße 13a für die vielfältigen Gemeindeaktivitäten zu klein geworden ist, beschloss die Kirchenleitung im Jahr 2006 einen Neubau.

Die größte Mittagshitze war vorbei, als am Sonntag, dem 16. August 2009, kurz nach 16:00 Uhr, auf der Baustelle des neuen Gemeindezentrums in der Ernst-Thälmann-Straße bei strahlendem Sonnenschein ein Blechbläserquintett den Beginn der Veranstaltung signalisierte. Viele waren der Einladung zu diesem besonderen Gemeindefest anlässlich der Grundsteinlegung gefolgt. Die Veranstaltung wurde durch den Vorsteher Gert Nestler eröffnet, der den Vertreter des Bauherrn, Bischof Ralph Wittich, den Bürgermeister der Stadt Weimar Christoph Schwind, den Pfarrer Hardy Rylke des Pfarramtes Kirchspiel Weimar IV-Jakobskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und weitere Anwesende begrüßen konnte. Ein besonderer Willkommensgruß galt den eng mit Weimar verbundenen Aposteln i.R. Joachim Quittenbaum (ehemaliger Vorsteher der Gemeinde Weimar) und Velten Hoffmann (wohnte viele Jahre in Weimar). Neben den zahlreichen Gemeindemitgliedern, zum Teil mit ihren auswärtig lebenden Verwandten, waren Vertreter aus weiteren christlichen Kirchen sowie Mitarbeiter der Baubehörde, Nachbarn und viele Freunde unserer Kirche erschienen.

Bischof Ralph Wittich legte zu Beginn seiner Rede vor den ca. 300 Anwesenden die Betonung auf Hoffnung und Zuversicht. Angesichts der augenblicklichen Wirtschaftskrise soll dieses "kühne Bauwerk" ein Zeichen setzen. Mit den Worten "Es ist uns als Kirche natürlich bewusst, wo wir bauen" stellte er die Besonderheiten des zentrumsnahen Bauortes heraus (in der näheren Umgebung befinden sich weitere Kirchengemeinden, das "Congress Centrum Neue Weimarhalle" und das ehemalige "Gauforum") und betonte den sensiblen Umgang mit den direkten Nachbarn. Er umriss mit dem Sinnspruch "Was lange währt, wird gut" den dreijährigen Werdegang vom Beschluss der Kirchenleitung im Jahre 2006 für einen Neubau bis zu dem Baubeginn. Die Zeremonie überschrieb er mit dem Bibelvers aus 1. Korinther 3, 11 "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus" und betete für einen erfolgreichen, zügigen und friedevollen Werdegang des Bauvorhabens.

Bürgermeister Christoph Schwind dankte herzlich für die Einladung und freute sich, der Gemeinde die Grußworte der Stadt Weimar persönlich überbringen zu können. Ein Kirchenbau sei für eine Gemeinde immer ein einmaliges und besonderes Ereignis. Er wünschte, dass sich die Gemeinde, die beim Wachsen der Kirche einen hohen Anteil hat, bald im neuen Gebäude Zuhause fühlen möge. Kirchen werden in heutiger Zeit nicht mehr so prunkvoll gebaut wie in den letzten Jahrhunderten, aber sie sind modern und effektiv. An Hand der Baupläne ist erkennbar: Hier wird für Weimar ein architektonisch interessanter Bau entstehen, der den städtebaulich schwierigen Standort aufwertet. Mit dem Bau der eigenen Kirche hat die Neuapostolische Kirche endgültig ihren Platz in Weimar gefunden. Für die Gemeinde und den Kirchenbau wünschte er Gottes Segen.

In den Ausführungen des Architekten Frank Reimann und den vor Ort präsentierten Bauzeichnungen wurde das Bauprojekt detailliert vorgestellt:Der kircheninterne Wettbewerb wurde von einem Team aus Architekten der Gemeinde Weimar (Architektin G. Döller, Architekten F. Reimann und J. Weyh) bearbeitet und gewonnen. Für die Genehmigung des Entwurfs entstand in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und dem Gestaltungsbeirat der Stadt Weimar eine überarbeitete vierte Variante. Der Entwurf folgt in der Architekturauffassung dem Modernen Bauen in der Tradition des Bauhauses. Auf einer Grundstücksfläche von 1.602 qm wird ein knapp 500 qm großes Kirchengebäude entstehen. Das Gebäude wird in Massivbauweise ohne Keller und mit Flachdach errichtet. Es ist in der Höhe dreistufig gestaffelt. Der Kirchensaal mit 166 Sitzplätzen wird axial vom großflächig verglasten Haupteingang barrierefrei über das Foyer erschlossen. An das großzügig gestaltete Foyer schließen sich Nebenfunktionsräume wie Teeküche, Technikräume und WC-Anlagen an. Über eine offene Treppe zur Galerie werden die Empore, die Sakristei und Mehrzweckräume im Obergeschoss erreicht. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Gebäudeheizung (Luft-Wasser-Wärmepumpe) und der entsprechenden Materialauswahl leistet das Gebäude einen Beitrag zum ökologischen Bauen. Durch den Einbau einer Pfeifenorgel und die vielfältigen Raumnutzungsmöglichkeiten werden Konzerte und andere Veranstaltungen realisierbar sein. Mit Dankesworten an die Kirchenleitung, den Vertretern der Stadtverwaltung und allen Helfern, welche zum Gelingen des Festes der Grundsteinlegung beigetragen hatten, endete der Beitrag des Architekten.

Unter musikalischer Begleitung des Bläserquintettes, es erklang von G. P. Telemann das Allegro gracioso und Moderato maestoso, wurde die mit Zeitdokumenten gefüllte Messinghülse vor aller Augen verlötet und anschließend im Grundstein, welcher sich unter dem Standort des Altars befindet, versenkt. Bischof Wittich führte danach die traditionellen drei Hammerschläge aus, die dem dreieinigen Gott, der Neuapostolischen Kirche und der segensreichen Entwicklung der Gemeinde Weimar gewidmet waren und beendete die Zeremonie mit einem Dankgebet.

Im Anschluss lud der Gemeindevorsteher Gert Nestler alle Anwesenden zum Beisammensein bei Speise und Trank in den vor Ort aufgestellten Zelten ein.

Ein besonderer Dank der Gemeinde Weimar für den Kirchenneubau gilt der Kirchenleitung und allen fleißigen Helfern und befreundeten Unternehmen, welche diesen für uns unvergesslichen Tag mitgestaltet haben. Es war uns eine Ehre, die vielen Nachbarn, Freunde und Bürger der Stadt als Gäste begrüßen zu dürfen.


Presseartikel:

Grundsteinlegung in der Regionalpresse TLZ 07. August 2009

Grundsteinlegung in der Regionalpresse TLZ 17. August 2009

(Mit freundlicher Genehmigung der TLZ)


Broschüre zum Neubau:

PDF-Download (2.5 MB)

P.T., F.R.

Bilder vom Festakt: