Expedition nach Schnett im Thüringer Wald

Einige Jugendliche aus dem Kirchenbezirk Erfurt machten sich auf den Weg nach Schnett im Herzen des Thüringer Waldes. Pünktlich zum Abendbrot wollte man in der Jugendherberge sein, doch es kam alles anders.

Am 12. Februar 2010 machten sich Jugendliche aus dem Kirchenbezirk Erfurt auf den Weg nach Schnett, gelegen im Herzen des idyllischen Thüringer Waldes. Mit der guten Absicht, pünktlich zum Abendbrot gegen 19.00 Uhr in der Jugendherberge zu sein, brachen alle Teilnehmer zeitig auf und es bestand kein Zweifel, dass die geplante Zeit für den Weg nach Schnett reichen würde. Soweit zur Planung mittels Navi. Als die Autos dann von den ohnehin schon verschneiten, aber noch gut befahrbaren Bundesstraßen auf kleine, unwegsame und durch starken Schneefall nahezu unpassierbare Nebenstraßen abbogen, wurde die Anfahrt anstrengend und langsam. Wir passierten Fahrwege, scheinbar seit Tagen vom Winterdienst verschont, die eher Skipisten als Straßen ähnelten.

Doch wacker kämpften sich Autos und Fahrer voran, um dann in Schnett angelangt vor riesigen Schneebergen zum Stehen zu kommen. Wanderschilder zeigten die Richtung zur Jugendherberge an. Der Pfeilrichtung folgend war aber weit und breit kein befahrbarer Weg zu sehen. Aus der Dunkelheit hoben sich nur die Schneemassen ab.

Unterdessen hatte sich ein Fahrzeug in der Nähe von Masserberg verfahren. Das Navi berechnete den Weg bis nach Schnett mit 143 km (Hinweis: Schnett liegt ca. 35 km von Ilmenau und 8 km von Masserberg entfernt).

Nach gut 20 Minuten Irrfahrt durch Schnett und seine verschneiten Sackgassen sowie einem Telefonat mit dem Herbergsvater stand fest, der Weg zur Jugendherberge ist für Autos unpassierbar. Nicht mal ein Radlader konnte die Strecke zur Herberge frei räumen.

Zwischenzeitlich war auch das verlorene Fahrzeug da. Statt dem Navi hatte der Fahrer nunmehr auf Wegweiser und telefonische Ratschläge vertraut.

Kurzerhand wurde das Gepäck auf die mitgebrachten Schlitten geladen und los ging es durch Kälte und stockdunkle Nacht - unterbrochen durch einige Hilfeschreie und den verzweifelten Versuchen, das Gepäck auf den Schlitten zu halten. Nach reichlich 30 Minuten hatten wir den einen Kilometer bis zur Herberge hinter uns. Nach dem wohlverdienten Abendessen wurde der Abend in geselliger Runde abgeschlossen, bevor alle kaputt in die Betten fielen.

Am nächsten Morgen galt es zeitig aufzustehen, das leckere Frühstück zu genießen (die Herbergseltern hatten es per Rucksack ebenfalls zu Fuß transportiert) und mehrere Nachzügler am Auto abzuholen und zur Jugendherberge zu führen. Jetzt unter Tageslicht wirkte der Weg gar nicht weit und mit den mit Pulverschnee gezuckerten Bäumen sah die Landschaft atemberaubend schön aus. Hoch motiviert liehen sich alle Jugendlichen vor Ort Ski aus und belagerten die fast direkt von der Haustür beginnende perfekt gespurte Langlaufstrecke.

Nach kurzer Einweisung in die Bedienung von Ski und Stöcken ging es los. Durch schöne Wälder und nach einigen Abfahrten gelangten wir nach Heubach, wo wir uns erst einmal stärken konnten. Heubach veranstaltete gerade einen Mini-Biathlon für jedermann. Das ließen sich einige Jugendliche nicht nehmen und gingen begeistert an den Start. Ganz schön anstrengend war die Biathlonrunde und nach mehr oder weniger Strafrunden für verfehlte Treffer beim Schießen kam die Auswahl des Bezirkes Erfurt entkräftet aber glücklich und wohlbehalten am Ziel an.

Dann ging es wieder zurück in Richtung Herberge. Zum Mittagessen machte sich Erschöpfung breit. Doch viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht, waren doch alle gespannt darauf, die direkt hinter der Herberge angelegte Rodelbahn auszuprobieren. Auch diese hatte eine Pistenraupe perfekt präpariert. Und so ging es schnell bergab und etwas langsamer wieder bergauf, bis sich alle noch einmal richtig ausgetobt hatten.

Der Abend wurde mit lustigen Spielen abgerundet und mit einem Match im Tischfußball beendet.

Der nächste Morgen kam früh. Es galt zu packen, zu frühstücken sich auf den Weg nach Ilmenau zu machen, wo wir einen schönen Gottesdienst erleben durften. Nach einem abschließenden Essen in einem bekannten, mit einem goldenen "M" abzukürzenden Gourmetrestaurant hieß es Abschied voneinander nehmen.

Es war ein tolles Wochenende mit viel Spaß, viel Schnee und viel Muskelkater, das keiner so schnell vergessen wird.

Wir freuen uns auf ein nächstes Mal.

Sarah

Eindrücke vom Wochenende: