Bezirkskindertag 2013 des Kirchenbezirk Erfurt

Was ist eine Wüste? Ein Gebiet, in dem nichts oder nur ganz wenig wächst. Geht man nach dieser Aussage, war das Gelände, in dem die Kinder des Bezirkes Erfurt getreu ihrem Motto „spielend durch die Wüste“ ziehen sollten, nicht ganz korrekt gewählt.

Dichter Strauch- und Baumbestand, hohes Gras und der Duft von Heu zeichneten die Flächen rund um das „Weimarer Schießhaus“ aus. Und doch hätte es nicht besser sein können. Die erbetene Sonne strahlte am 6. Juli 2013 über einer fast 50-köpfigen fröhlichen und quicklebendigen Kinderschar, ihren Betreuern und zahlreichen, mit viel Liebe und Energie gestalteten Stationen zum Thema „Auszug des Volkes Israel aus Ägypten“.

Der Bezirksälteste Schnur eröffnete das Zusammensein in den alten Mauern des sich langsam mit neuem Leben erfüllenden „Schießhauses“ mitten in Weimar mit einem Gebet und überließ anschließend für ca. eineinhalb Stunden die Regie der Dirigentin des Bezirkskinderchores für eine gemeinsame Übungszeit.

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Derweil fingen im Freien Fritteusen an zu köcheln und Currywurst wurde zu einem „wüstentypischen“ Mahl zubereitet. In einem Sprichwort heißt es, ein voller Magen lernt nicht gern. Nichtdestotrotz verlangten die vorbereiteten Stationen im unmittelbaren Anschluss ans Essen nach engagierten Helfern, um die vorgesehene Wüstenwanderung durchführen zu können. So bemalten Kinder Wellen des Schilfmeeres, sie erlebten die Entstehung einer kombinierten Wolken- und Feuersäule, vergoldeten die Bundeslade, verzierten Wachteln, beschrifteten Gesetzestafeln und vieles andere mehr.

Anschließend wurde zum Aufbruch in die Wüste gemahnt. Während der „alte“ Mose der biblischen Überlieferung nach eine schwere Zunge hatte, verfügte der „moderne“ Mose über ein ausgezeichnetes Talent, um die Kinder zu motivieren und stimmgewaltig zu führen.

Mit Rasseln, Vuvuzelas, Trompeten und anderen Krachinstrumenten bewaffnet ging es in die Wüste. Kein Löwe oder ein anderes wildes Tier hätte sich an diese mutige und lautstarke Schar herangetraut. Die Kinder erlebten auf dem Parcours bildhaft den Durchzug durchs Schilfmeer, Verwandlung von bitterem in süßes Wasser, Wüstenspeisung mit Manna und Wachteln, die Übergabe der Gesetzestafeln, den Austritt des sogenannten „Haderwassers“, Schlangenplagen, Zweifel und Wunder von über 40 Jahren Wanderung komprimiert auf 40 Minuten. Und am Ende wurde mit Gottes Hilfe Jericho, in diesem Fall ein energisch verteidigtes Papp-Jericho, eingenommen.

Erfrischungen für von der Sonne getrocknete Kehlen, Tee, Kaffee und Kuchen bildeten den Abschluss eines dank der Gemeinde Weimar rundum gelungenen Kindertages. Danke für alle Mühe der Mitwirkenden und Dank an unseren himmlischen Vater für „Reisebegleitung“ auf einem ungewöhnlichen Marsch durch eine ungewöhnliche Wüste.

R.B.