Chorkonzert

Am Freitag, 30. Mai 2014, fand in unserer Weimarer Kirche ein mit Spannung erwartetes Sonderkonzert zweier Chöre statt, die am 9. Deutschen Chorwettbewerb in Weimar teilnahmen.

Es waren 55 von 4500 Sängerinnen und Sängern, vereint in 110 Chören, die vom 24. Mai bis zum 1. Juni 2014 in der Weimarhalle, in der Aula des Goethe-Gymnasiums und anderen geeigneten Sälen der Stadt um Bestnoten wetteiferten.

Den 1. Teil des Konzertes bestritt das 2011 in Potsdam gegründete Ensemble "ACAPENSE". Die 16 Mitglieder traten ohne Dirigenten auf, was auf eine gemeinschaftliche, gleichberechtigte Probenarbeit schließen lässt. Aus der Programmfolge war ersichtlich, dass der Schwerpunkt ihrer musikalischen Arbeit auf geistlichen A-cappella-Chorwerken der unterschiedlichen Epochen bis hin zur Moderne liegt. Die chorerfahrenen jungen Stimmen begeisterten mit Johann Hermann Schein (1586-1630), Lothar Graap (*1933), Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) und Gustaf Waldemar Ahlen (1894-1982). Es war ein Genuss, diesem Ensemble zuzuhören. Das abschließende "Piano" der 3. Strophe des "Sommarpsalm" war Herzensnahrung!

Der 2. Teil des Konzertes wurde von dem niederbayerischen "Heinrich-Schütz-Ensemble" Vornbach gestaltet. Der Dirigent Martin Steidler, Professor für Chorleitung an der Musikhochschule München, gründete das Ensemble mit musikalisch vorgebildeten Gesangsinteressenten 1993. Die konzerterprobten und -bewährten 39 Mitglieder zeigten eine Gesangskultur auf äußerst hohem Niveau. Man nimmt ihnen sofort ab, dass sie das Repertoire mit allen wichtigen A-cappella-Werken zwischen Renaissance und Gegenwart beherrschen. Sie scheinen die Herausforderung regelrecht zu suchen. Die Programmfolge hatte mit ausschließlich modernen Kompositionen einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad. Die teilweise akrobatischen Tonverbindungen der Werke eines Petr Erben (1929-2007), Eric William Barnum (*1979), oder V. Tormin (*1930) meisterten sie bravourös. Das war höchst preisverdächtig!

Eigentlich, so wird manch Konzertbesucher gedacht haben, fehlte nur noch eines: als Zugabe ein Werk des Namensgebers Heinrich Schütz. Fürs Herz!

H.G.