"Ja er lebt noch ..." - Ein stimmungsvolles Jugendtreffen

Am letzten Augustwochenende fand das erste Jugendtreffen der Kirchenbezirken Erfurt und Gotha statt. 270 Jugendliche traten am Samstag in verschiedenen "besonderen" Sportarten an und erlebten mit den beiden Bezirksältesten am Sonntagvormittag einen gemeinsamen Jugendgottesdienst.

Wer hätte gedacht, dass bereits das erste Treffen der Jugendlichen aus den Kirchenbezirken Erfurt und Gotha am letzten Augustwochenende 2003 mit einer tollen und spitzenmäßigen Stimmung zum vollen Erfolg wird? Wer hätte vermutet, dass in einem kleinen Thüringer Dörfchen wie Beichlingen so ein super geniales Jugendwochenende stattfinden kann? Und wer hätte sich ausgemalt, dass man beim Verabschieden am liebsten schon die nächste Runde vereinbart hätte?

Die Organisatoren dieses ersten Jugendtreffens hatten es wirklich nicht einfach. Die Vorraussetzungen, um diesen Tag problemlos ablaufen zu lassen, waren eigentlich nicht so gut. Vorhergesagte und plötzlich eintretende Regenschauer - und das bei Waldbrandstufe 4 - drohten die Planungen buchstäblich ins Wasser fallen zu lassen. Doch konnte dadurch weder das Vertrauen in Gott erschüttert noch das Temperament der 270 Teilnehmer ausgebremst werden. Auch wenn es die Nacht zum Sonnabend reichlich geregnet hatte und sich das Wetter recht unbeständig zeigte, fand man sich dennoch gut gelaunt in aller Frühe in Beichlingen ein.

Ein ehemaliges Ferienlager, jetzt als Kinder- und Jugendzentrum genutzt, sollte zum Wochenenddomizil werden.

Die 270 Jugendlichen möglichst gleichzeitig auf 84 Zimmer zu verteilen und somit gut gemischte Mannschaften zu erhalten, war die erste Herausforderung des Tages. Die so entstandenen Teams wurden durch die verschiedenen Spaßsportarten wie Besenfußball, Wasserbombenvolleyball, Rasenhockey, Sommerski und dergleichen echt herausgefordert und regelrecht zusammengeschweißt.

Wie für den Zeitplan erbeten, setzte der Regen tatsächlich erst kurz vor der Mittagspause ein. Dies störte anfänglich niemanden, da das Mittagessen "indoor" stattfand. Obwohl eigentlich alle aufgegessen hatten, hörte der Regen nicht auf. Spontanität war gefragt und so überbrückte man die Zeit mit Videoshow, Schlossbesichtigung und Kaffeetrinken. Wenn auch die Verantwortlichen sich berechtigte Sorgen um den weiteren Verlauf des Abends machten, so schien für die große Teilnehmerrunde dies fast noch ein Grund mehr zu sein, näher zusammen zu rücken und mit einer kleinen Chorprobe für den bevorstehenden Sonntagsgottesdienst den Abend einzuläuten.

Es hatte längst aufgehört zu regnen, als man nach Thüringer Tradition kiloweise Bratwürste und Rostbrätel verdrückte. Nach dem Abendbrot wurde das von den einzelnen Teams in den Morgenstunden vorbereitete Bibelquiz durchgeführt. Zuvor wurden die Spiele und Mannschaften bewertet - in den Kategorien Einzeldisziplin, Ausstrahlung, Teamgeist, Fanblock... Und dann - dann kam wieder der Regen. Dieser stärkte letztendlich erneut den Zusammenhalt der Teilnehmer.

Nachdem man sich unter den Zelten dicht drängen musste und das Quiz gekürzt wurde, war die richtige Stimmung für einen grandiosen Abendausklang im Sinne der Jugendlichen gereift. Singen, tanzen, flirten, kennenlernen und erzählen, wobei sich "tief schürfende" Lieder wie der "Holzmichel" ganz besonderer Beliebtheit erfreuten. Für so vielfältige Gemeinschaftspflege sind solche Abende einfach zu kurz.

Sonntag sieben Uhr war Frühsport angesagt. Und der konnte sich bei schlapper Beteiligung nur mäßiger Beliebtheit erfreuen. Nach dem Frühstück wurde der Speisesaal zum Gottesdienstraum umfunktioniert und der Jugendgottesdienst, in dessen Verlauf die Sonne zu scheinen begann, krönte das Wochenende. Die Jugendlichen konnten schöne Gemeinschaft mit den Bezirksältesten Brigmann und Müller erleben, die ganze Gemeinde war ein einziger Chor. Auch zwei Jugendbetreuer wurden zum Mitdienen an den Altar gerufen.

War auch nach dem gemeinsamen Mittag das Wochenendtreffen offiziell beendet, so trennte man sich erst nach und nach in den Nachmittagstunden von den neuen Freunden. Zwar kann solch ein Zusammensein nicht jedes Wochenende stattfinden, aber es sind bleibende Erinnerungen, die alle von dieser Begegnung mitnehmen konnten derart großartig und schön, dass jeder diesen Gemeinschaftsgeist garantiert später noch einmal verspüren möchte, so wie man auch im Holzmichel singt: "Ja, er lebt noch...!"

M.W./ J.W.

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