Es gibt keine falschen Töne ...,

...  dieser Satz prägte das Bläserwochenende. Über 40 Blechbläser und Instrumentalisten erlebten in der Gemeinde Oberwillingen ein tolles Arbeits- und Freizeitwochende. Die tropischen Temperaturen brachten nicht nur die Instrumente zum Glühen, denn emsig wurde für ein Platzkonzert und die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes am Sonntag geprobt.

Bereits nach der Anreise aus einigen Gemeinden der Kirchenbezirke Plauen, Erfurt und Gotha  und aus den Gemeinden Kassel und Eschwege erklangen am Freitag erste Töne im weitläufigen Areal der Freizeitanlage Dörnfeld bei Oberwillingen. Nur die einbrechende Dunkelheit setzte dem ersten Anspielen ein Ende. Egal ob musikalische Laien oder Berufsmusiker, ob 12-jährig oder im Seniorenalter, alle konnten sich mit ihren Instrumenten einbringen und schnell spürten die begeisterten Zuhörer die Freude, in einem solch großen Ensemble mitwirken zu können.

Flotte Choräle zur Gottesdienstgestaltung, Spiritruals und zünftige Blasmusik für das Platzkonzert in Oberwillingen wollten einstudiert sein. Die hitzigen Stunden brachten dabei nicht nur die Instrumente zum glühen. Ulli Kirste (Plauen) und Manfred Walther (Weimar) schafften es dennoch, mit Bläsern, Geigern und Querflöten sowie einigen Cajon`s ein Ensemble zu schmieden, das die anwesenden Konzertzuhörer sowie Gottesdienstteilnehmer begeisterte. Dabei half allen der mehrfach geprägte, musikpädagogisch wertvolle Satz: "Es gibt keine falschen Töne". Vorsichtigkeit oder Ängste, etwas falsch zu machen, waren wie weggeblasen. Jeder, der ein Instrument hatte, konnte sich mit einbringen. Jeder ist wichtig. Das wurde eindrucksvoll vermittelt. Nach den langen Proben gestaltenten die Musiker auf dem Parkplatz  des Gemeindezentrums am Samstag ein Platzkonzert.

Bei allem Musizieren kam die gemeinsam zu verbringende Zeit nicht zu kurz. Die bestens organisierte Versorgung der Musiker durch Mitglieder der Gemeinde Oberwillingen half dabei, ein perfektes Wochenende zu erleben. Dafür einen herzlichen Dank.

Im Gottesdienst am Sonntag nahm des Ensemble im Kirchensaal Platz und spielte zahlreiche Lieder oder begleitete den Gemeindegesang. Dabei gewannen die Bläser beim Messen der Lautstärke eindeutig. Bezirksevangelist Heiko Born, Vorsteher der Gemeinde Oberwillingen diente am Altar und betonte u.a. die Bedeutung eines jeden Einzelnen im Ensemble, aber auch in einer Gemeinde oder Familie und nahm dabei Bezug auf die eingangs erwähnten Aussagen des Musikpädagogen Manfred Walther aus Weimar.

Nach dem Gottesdienst blieben alle, die Musiker und die Gemeindemitglieder, bei einem Brunch noch einige Zeit zusammen und immer wieder hörte man den Wunsch, noch mehr hören zu wollen. Die einzelnen Bläsergruppen aus den verschiedenen Gemeinden stellten sich vor. Trotz gefühlten 35-40 Grad spielten sie nochmals zur Begeisterung der Oberwillinger auf.

Das Bläserwochenende, so bezeugten einige Teilnehmer,  soll unbedingt eine Wiederholung finden und sollte helfen, in den verschiedenen Gemeinden die manchmal schlummernden Gaben zu beleben.