„Dass Töne tragen können…“ - Ein Chorkonzert im Gemeindezentrum der NAK Weimar am 21.10.2017 in Wettbewerbsatmosphäre

Gleich zwei attraktive Konzerttermine am Samstag, 21.10.17, jeweils 17.00 Uhr, machten die Entscheidung für Musikliebhaber nicht einfach: Zum einen ein Chorkonzert im Gemeindezentrum der NAK Weimar, zum anderen ein Orgelkonzert mit Albert Schönberger in der Kirche Apolda aus Anlass der Kirchweihe vor 60 Jahren.

Fast 100 Zuhörer haben sich für das Chorkonzert „Dass Töne tragen können…“ mit den „Juppies“ unter der Leitung von Andreas Kuch und dem Frauenchor „VocaLisa“ unter Claudia Zohm entschieden. „Pro musica Sömmerda“ musste leider krankheitsbedingt absagen. „Die „Juppies“, deren flockiger Name auf quasi-Gründer Joseph „Jupp“ Geyer, Leiter der Big Band der Weimarer Musikschule, zurückgeht und der Frauenchor „VocaLisa“ waren in Hochform und boten durchweg hervorragende Leistungen.

 

Beide Ensembles bereiten sich auf den Landes-Chorwettbewerb am 4.11.17 in Sondershausen vor, in den Kategorien Populäre Musik und Frauenchor. Das jeweils 20-minütige Wettbewerbsprogramm war von beiden Vokal-Vereinigungen nahezu perfekt vorgetragen. Während „Die „Juppies“ mit anspruchsvollen Jazz-Popp-Arrangements begeisterten, wie „Immer neu“ oder „Irisches Volkslied“, die fast allesamt aus der Feder von A. Kuch stammen, beeindruckten die 17 VocaLisa–Frauen mit klangvollen, teilweise komplizierten a capella Chorsätzen von der Renaissance bis zur Moderne. Das Konzertmotto stammte aus einem vom Frauenchor exzellent vorgetragenen Lied von Jürgen Golle mit dem poetischen Text von Hildegard Jahn-Reinke „Wie wunderbar das ist,… dass Töne tragen können…“.

 

Hervorzuheben aus dem VocaLisa-Programm ist Palestrinas „Ave Maria“ und das sehr wirkungsvolle „Sur le pont d’ Avignon“ von dem aus Erfurt stammenden Antonius Streichardt. Die ausgesprochene Chorleiter-Begabung von Claudia Zohm formte aus dem Frauenchor einen aussichtsreichen Wettbewerbs- Kandidaten.

 

Mit drei wunderschönen a capella Sätzen („Fragile“, „How deep is your Love“ und „And so it goes”), spontan von den „Juppies” als „freiwillige Zugaben” vorgetragen, schloss das bemerkenswerte Konzert.

 

Wer hätte gedacht, dass so unterschiedliche Musikstile, die von den zwei Vokalensembles verkörpert werden, in einem Konzert vereinbar sind? Die Zuhörer honorierten diese Erkenntnis mit lang anhaltendem Beifall. Wir wünschen beiden Ensembles viel Erfolg. Übrigens: Das Preisträgerkonzert des Chorwettbewerbes findet am 28.04.2018 in der Thomaskirche in Erfurt statt. Man sollte sich diesen Termin vormerken!

 

Vom Konzert in Apolda wurden ähnlich begeisterte Zuhörereindrücke vernommen. Neben der gewohnt souverän vorgetragenen Orgelmusik durch Albert Schönberger, Domorganist i. R. - Hoher Dom zu Mainz, der „zur Feier des Tages wunderbar Stücke von Johann Sebastian Bach, Antonín Dvorák, Gordon Young und John Marsh“ spielte, sprach u.a. der katholische Pfarrer Carsten Kämpf, ausgehend vom Psalm 90, zum Thema „Zeit“ und stellte interessante Zusammenhänge zwischen unserer Vergänglichkeit und Gottes Ewigkeit her. Die Thüringer Allgemeine und Thüringische Landeszeitung vom 24.10.17 berichteten darüber.